Wissenschaft und Forschung

Die Förderung von Projekten in den Bereichen Wissenschaft und Forschung steht im Vordergrund der Aktivitäten der Stiftung. Neben eigenen, von der Stiftung initiierten Projekten, die von Forschungsvorhaben bis zur Veranstaltung von wissenschaftlichen Tagungen und der Verleihung von Auszeichnungen reichen können, fördert die Hochschule auch geeignete externe Projekte in Kooperation mit anderen Hochschulen (einschließlich der NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft) und Forschungseinrichtungen.

Geförderte Projekte


FAKTEN ZUM PROJEKT

Projektteam: Prof. Dr. Thomas Straubhaar (Leitung), Dr. Deniz Karaman Örsal (Universität Hamburg)

Projektpartner: Prof. Dr. Henrique Schneider, NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft

Projekt läuft seit: Ende 2018

Bewilligungszeitraum: 2 Jahr

Fördersumme: 145.200,00 Euro

Prof. Dr. Thomas Straubhaar (Foto: Körber-Stiftung/Claudia Höhne)

Frau Dr. Deniz Karaman Örsal

 

Das Projekt „Neuvermessung der Weltwirtschaft: Wie verändert die Digitalisierung die Messung der Wertschöpfung“ unter Leitung von Prof. Dr. Thomas Straubhaar ist im September 2018 gestartet und läuft seither wie im Antrag und Zeitplan vereinbart.

Projektziel

Das Projekt will nach neuen Methoden und Verfahren suchen, um die Wertschöpfung im Zeitalter der Digitalisierung adäquat identifizieren und abbilden zu können.

Projektbeschreibung

Im Zeitalter der Digitalisierung werden viele Werte nicht mehr "dinglich" hergestellt. Sie bemessen sich nicht mehr an oder in örtlich zurechenbaren Stückzahlen, Fahrzeugen, Materialeinheiten, sondern in "Daten". Wenn Datenströme den Warenhandel ergänzen und teilweise ersetzen, wenn Wertschöpfung im Internet und nicht mehr in Fabriken entsteht, wenn aus der Nationalökonomie eine global hoch vernetzte Weltwirtschaft wird, dann kommen herkömmliche Verfahren der BIP-Messung an ihre Grenzen.

Vorgehensweise

Das Projekt will Verfahren entwickeln, wie sich Digitalisierungseffekte messen, analysieren und ggf. optimieren lassen. Daraus sollen Schlussfolgerungen für die Messung von Wachstum, Produktivität und die wirtschaftspolitischen Konsequenzen gezogen werden.

Projektergebnisse

Seit Mitte September 2018 bearbeitet Frau Dr. Deniz Karaman Örsal als Projektmitarbeitern den inhaltlichen Fortgang des Projekts. Sie ist als ausgewiesene empirisch arbeitende Ökonomin und apl. Professorin der Universität Lüneburg dafür hoch kompetent und bestens geeignet.

Frau Dr. Karaman Örsal hat im April 2019 im Forschungsseminar der Professur Internationale Wirtschaftsbeziehungen der Universität Hamburg einen Vortrag gehalten, in dem sie den gegenwärtigen Stand ihrer Erkenntnisse eindrücklich präsentiert hat. Sie hat dabei ihre neue Methode zur Nutzung von Daten aus Sozialen Medien (z. B. Twitter) bzw. Daten aus Online-Suchmaschinen (z. B. Google-Trends) für die Prognose der ökonomischen Lage vorgestellt. Die Ergebnisse werden demnächst zur Veröffentlichung vorbereitet.

Es konnte außerdem ein Artikel in einer referierten Handbuch-Reihe in einem renommierten Verlag eingereicht werden, der zur Veröffentlichung Anfang 2020 angenommen worden ist und eine Referenz zur finanziellen Unterstützung der NORDAKADEMIE-Stiftung enthalten wird.

FAKTEN ZUM PROJEKT

Projektteam: Prof. Dr. Nick Gehrke (Leitung), Steven Dehlan (NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft)

Projektpartner: Alois Krtil, Innovations-Kontakt-Stelle Hamburg

Projekt läuft seit: September 2018

Bewilligungszeitraum: 1 Jahr

Fördersumme: 63.300,00 Euro

 

Alois Krtil, Prof. Dr. Nick Gehrke und Steven Dehlan

Projektziel

Das Projekt „Innovations- und Transferprozesse in Hochschulen“ hatte zum einen das Ziel, geeignete Prozesse für einen Transfer von innovativen, wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Unternehmenspraxis zu untersuchen und Gestaltungsvorschläge zu machen und wurde von Prof. Dr. Nick Gehrke und Steven Dehlan durchgeführt.

Das Forschungsprojekt unterstützt den spezifischen Charakter einer dualen Hochschule, indem es die besonderen Potenziale und Verbindungen zu den Unternehmen der Region nutzt und Transfer-, Transformations- und Wissensprozesse anstößt und gezielt lenkt. Die NORDAKADEMIE soll so ihr Potenzial als innovative Plattform für Unternehmen ausbauen. Auch der Einbezug der Studierenden in Transfer- und Innovationsprozesse ist im Projekt berücksichtigt worden.

Projektbeschreibung

Das Projekt ist untergliedert in vier Arbeitspakete:

  • Konzeption eines Innovationsprozesses
  • Transferportal
  • InnovationLabs
  • Dissemination.

Zielgruppe: Wissenschaftler und Vertreter aus Unternehmen

Ausgangslage

Ergebnisse aus Masterprojekten an der NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft gAG werden kaum für die Praxis genutzt. Erkenntnisse aus den Projekten verbleiben in der Hochschule und werden nicht bestmöglich verwertet.

Lösungsansatz

Das Projekt will einen Innovationsprozess konzipieren. Das Transfermodel soll in der Lage sein, Nutzungsrechte an Ergebnissen der Masterprojekte zu managen und den auftraggebenden Unternehmen rechtssicher zu übertragen.

Vorgehensweise / Projektergebnisse

Ein wichtiger Bestandteil des Projektes war die Vernetzung mit dem Innovationsökosystem in der Metropolregion Nord, insbesondere Hamburg. Für diesen Zweck wurde mit einem Projektpartner zusammengearbeitet, der Innovations Kontakt Stelle (IKS) Hamburg (https://iks-hamburg.de). Die IKS Hamburg ist eine öffentliche Institution positioniert zwischen der Stadt Hamburg und der Handelskammer Hamburg.

Im Rahmen des Projektes wurden die Masterprojekte genauer untersucht, da hier viel Transfer zwischen Praxispartner und der Hochschule passiert. Der Ablauf („Innovationsprozess“) wurde untersucht und Verbesserungsvorschläge erarbeitet. Im Fokus stand auch insbesondere das Thema „Geistiges Eigentum“ und welche rechtlichen Regelungen relevant, sowie welche Vereinbarungen notwendig sind, um rechtssicher das entstehende Geistige Eigentum zwischen Hochschule, Studierenden und Praxispartnern zu regeln. Hierfür wurden auch Studierende aus dem Bereich Wirtschaftsrecht eingebunden.

Das Projektteam hat darüber hinaus einige Ideen und Vorschläge für weitere Labore der Nordakademie erarbeitet. 
Im Zusammenhang mit einer Diskussion mit verschiedenen Interviewpartnern aus Unternehmen wurde die Idee eines Data Science Lab entwickelt. Das Data Science Lab könnte zwei grundlegende Funktionen übernehmen. Zum einen soll es die Möglichkeit bieten aufgearbeitete Daten zu kommunizieren und die Entwicklung von datengetriebenen Prozessen darzustellen („Data Story Telling“). Für die Kommunikation mittels Data Story Telling wird vorwiegend der Einsatz von Hardware zur Visualisierung benötigt.
Zum anderen werden, um diese Visualisierung weitestgehend aussagekräftig umsetzen und bewerten zu können, möglichst reale Datensätze benötigt. Das Data Science Lab wäre insofern auch ein Ort, an dem (anonymisierte) Echtdatensätze gesammelt werden, um deren Analyse in Forschung und Lehre im Projektmodus aufzugreifen.

Eine weitere Idee ist die Einrichtung eines IoT Labs (Internet of Things). Die Idee des IoT-Labs orientiert sich an der von der Firma Siemens entwickelten offenen Betriebssystem Mindsphere. Über diese cloudbasierte IoT-Plattform lassen sich Anlagen, Systeme, Sensoren und Maschinen verbinden. Die Daten können unmittelbar dort gespeichert und als Ausgangspunkt für unterschiedlichste Analysen herangezogen werden. Darüber hinaus ist es ebenfalls möglich, die Anlagen bzw. ganze Produktionsbereiche zu digitalisieren und so einen digitalen Zwilling zu schaffen, wodurch Simulationen von Parametern und Abläufen möglich werden.

Das ganze Projekt wurde durch verschiedene Veranstaltungen begleitet, die den innovativen Charakter des Projektes und der Hochschule kommunizieren sollten. 
Im November 2018 fand im Dockland die Disruptive Lounge statt zum Thema Machine Learning (https://www.nordakademie.de/news/disruptive-lounge-zum-thema-machine-learning). Vier Startups und ein Hochschulteam präsentieren ihre Innovationen und Forschungsprojekte. Bis zu 120 Besucher flanierten durch das Open Space und genossen Basilikum-Limonade von SODA LIBRE, Gin Tonic aus Hamburger Produktion von pHenomenal oder Champagner aus CO2 gekühlten Gläsern der Bremer Ice-Chiller. Für den Fall der Fälle wurde auch gleich ein Anti-Hangover-Drink parat gehalten. Wer es hingegen lieber süß mochte, konnte sich an der Macaron-Pyramide von Du Sucre Macarons laben.
Im Oktober 2019 fand die Veranstaltung „Wissen in Unternehmen – Scheitern, aber richtig“ im Dockland statt (https://www.nordakademie.de/news/veranstaltung-scheitern-aber-richtig-erfolgreich-gemeistert ). Dabei wurden wichtige Fragen wie „Wie wichtig ist Scheitern für die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens?“, „Wie gelingt es, die richtige Fehlerkultur im Unternehmen zu etablieren?“ oder „Welche Erfahrungen habe ich mit Scheitern im beruflichen oder privaten Umfeld machen können und was habe ich davon mitgenommen?“ aufgegriffen und erörtert. Vier Impulsvorträge mit anschließendem World Café Format haben das Thema im Anschluss vertieft.
Im November 2019 konnte im Dockland ein neues Format von 12min.me stattfinden (https://12min.me/ ). Nach dem Motto “Don’t waste your time!” veranstaltet 12min.me in über 30 Städten regelmäßig Veranstaltungen mit starkem Bezug zu Bildung, Innovation und Infotainment. Das Thema der Veranstaltung war diesmal Künstliche Intelligenz (https://www.nordakademie.de/news/kuenstliche-intelligenz-12-minuten ).

Aus der Kooperation des Projekts mit dem Innovationsökosystem in Hamburg entstand während der Projektlaufzeit der Artificial Intelligence Center Hamburg e.V. (ARIC) als offizielle Initiative zum Thema Künstliche Intelligenz in der Metropolregion Nord (https://www.abendblatt.de/hamburg/article227247795/Hamburg-bekommt-Zent… ). Die Nordakademie konnte hier durch ihr intensives Engagement für das Thema Innovation in Hochschulen Gründungsmitglied werden und den Sitz des Vereins im Dockland positionieren. Anfang Oktober 2019 wurde die Initiative offiziell verkündet durch den Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (https://www.nordakademie.de/news/aritificial-intelligence-center-hambur… ). Die Kooperation der Nordakademie mit dem ARIC bleibt über die Projektlaufzeit bestehen und soll die Hochschule für das zukunftsträchtige Thema Künstliche Intelligenz und Data Science positionieren. Durch die Nordakademie-Stiftung ist insofern eine nachhaltige Kooperation mit dem Innovationsökosystem in Hamburg gelungen.

 

FAKTEN ZUM PROJEKT

Projektteam: Prof. Dr.-Ing. Bernhard Meussen (Ltg), Prof. Dr. Matthias Finck, Martin Hieronymus (NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft)

Projekt läuft seit: Dezember 2018

Bewilligungszeitraum: 2 Jahre

Fördersumme: 170.000,00 Euro

 

Prof. Dr. Matthias Finck, Prof. Dr. Bernhard Meussen und Martin Hieronymus (v.l.n.r.)

Projektziel

Aufbauend auf Erfahrungen im Masterstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen (z. B. Erfahrbarmachung von Möglichkeiten der Digitalisierung im Blende-Learning-Kontext) soll das Curriculum weiterentwickelt, analysiert und auch anderen Zielgruppen zur Verfügung gestellt werden. Ziele des Projekts sind:

  • Einbetten von Laborveranstaltungen in das Blended Learning Konzept
  • Auswahl geeigneter Beispiele von CPS zur didaktischen Aufbereitung der Digitalisierung
  • Bereitstellung geeigneter Technologien zur Vorbereitung und Durchführung der neuartigen Laborveranstaltungen und kompetenzorientierter Prüfungen im Rahmen eines berufsbegleitenden Studiums. Das Projekt folgt dem Problemlösungszyklus.

Projektbeschreibung

Im Rahmen des berufsbegleitenden Masterstudiengangs Wirtschaftsingenieurwesen der NORDAKADEMIE stellt sich die Herausforderung, Qualifikationsziele, Studieninhalte und Prüfungen im Sinne des Constructive Alignments mit der Berufstätigkeit der Studierenden aufeinander abzustimmen.

Projektergebnisse

Projektverantwortliche sind Herr Prof. Dr. Matthias Finck sowie Prof. Dr. Bernhard Meussen von der NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft gAG. Die Projektlaufzeit beträgt 24 Monate und ist im Dezember 2018 gestartet. Das Ende des Projekts ist damit auf den 30. November 2020 terminiert.

Eine Anfrage der TU Berlin an die TU Dortmund hat dazu geführt, dass Martin Hieronymus für einen Vortrag und Workshop zum Thema Digitalisierung der Lehre in den Ingenieurwissenschaften eingeladen worden ist. Eine Tagung zum Thema Digitalisierung des Ing.-Studiums fand am 23.04.2019 statt.

FAKTEN ZUM PROJEKT

Projektteam: Prof. Dr. David Scheffer (Leitung), Dr. Zahurul Islam (NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft)

Projektpartner: CAPTA-Institut

Projekt läuft seit: Dezember 2018

Bewilligungszeitraum: 2 Jahre

Fördersumme: 190.400,00 Euro

 

Dirk Johannßen, Prof. Dr. David Scheffer und Dr. Zahurul Islam (v.l.n.r.) im Gespräch

Projektziel

Forschungsgebiet ist die Auswertung von digitalisierten Texten (Erarbeitung eines KI-basierten Algorithmus zur psychometrischen Textanalyse).

Projektbeschreibung

Verantwortlich für dieses Projekt an der NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft gAG ist Herr Prof. Dr. David Scheffer.

Fortschritte und Machine und Deep Learning ermöglichen heute die halbautomatische Analyse großer Textcorpora. Auf der Basis von Vorarbeiten von Prof. Dr. David Scheffer können psychometrische Kriterien wie beispielsweise implizite Motive, Affekte und kognitive Stile computergeschützt in Texten kodiert werden. Bislang jedoch können solche Algorithmen von Studierenden und Forschern nicht genutzt werden. Dadurch verpassen Wirtschaftspsychologen die Gelegenheit, ein fast grenzenloses Versuchslabor zu nutzen, da digitalisierte Texte sowohl im Auswahltest, dem Assessment Center wie auch im Internet kodiert und mit anderen Kriterien korreliert werden könnten.

Vorgehensweise / Projektergebnisse

Im Rahmen des CAPTA Projekts wurde im Doktorandenprogramm für Herrn van Heteren-Frese erfolgreich eine Kooperation mit dem Fachbereich Psychologie der Universität Trier (Prof. Dr. Nicola Baumann) aufgebaut. Forschungsfrage ist die Optimierung der Validität von auf Maschinen-Lernen beruhenden Textauswertungs-Algorithmen, die für Prognosen von menschlicher Arbeitsmotivation und die Person-Job-Passung wichtig sind, wie sie u.a. im jährlich stattfindenden Assessment Center der NORDAKADEMIE gemessen werden.

Ein weiterer Doktorand, Dirk Johannßen, wird im Rahmen des CAPTA Projekts an der Universität Hamburg von Prof. Dr. Chris Biemann betreut. Als studierter Wirtschaftsinformatiker fokussiert sich Dirk Johannßen auf die Möglichkeiten und Grenzen von Maschinen-Lernen, künstlicher Intelligenz und „Deep Learning“ bei der automatischen Auswertung von Texten nach psychometrischen Kriterien.

Beide Doktoranden setzen ihre Erfahrungen auch sehr erfolgreich in der Lehre an der NORDAKADEMIE ein. Dirk Johannßen hat im November eine Viertel-Stelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Wirtschaftspsychologie begonnen.

Weitere Kooperationspartner konnten mit Prof. Dr. Kersting von der Universität Gießen, Prof. Dr. Semar von der Hochschule Chur sowie der Leiterin des Instituts für Teamforschung von der Universität St. Gallen in Person von Stephanie Schoss gewonnen werden.

Nach der von der Stiftung ermöglichten Berufung von Dr. Zahurul Islam auf eine halbe Professur in Computer Linguistik, begann das CAPTA Projekt offiziell mit einer Konferenz der beteiligten Universitäten am 4. Januar 2019. Es sollen erste Veröffentlichungen und Konferenzbeiträge geplant werden.

FAKTEN ZUM PROJEKT

Projektteam: Prof. Dr. Stefan Behringer (Leitung), Dr. Malte Passarge, Sandra Scherbarth, Jennifer Schwanke und Anjuli Unruh (NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft)

Projektpartner: Prof. Dr. habil. Patrick Ulrich (Hochschule Aalen), Prof. Dr. Ralf Kölbel (Ludwig Maximilians Universität München, Lehrstuhl für Strafrecht und Kriminologie)

Projekt läuft seit: Juli 2018

Bewilligungszeitraum: 3 Jahre

Fördersumme: 411.000,00 Euro

 

Prof. Dr. habil. Stefan Behringer, Jennifer Schwanke, Sandra Scherbarth, Anjuli Unruh und Dr. Malte Passarge, Direktor des Instituts für Compliance im Mittelstand (v.l.n.r.)

Projektziele

  1. Forschungsprojekt zu Korruptionsneigung von Familienunternehmen - Sind Familienunternehmen korruptionsanfälliger als große börsennotierte Unternehmen?
  2. Forschungsprojekt zu Whistleblowing - Was motiviert Whistleblower zu Meldungen und wie kann in Unternehmen ein positives, aufrichtiges Meldeverhalten gefördert werden?

Projektbeschreibung / Projektergebnisse

Es werden drei Projekte innerhalb des Instituts für Compliance von Prof. Dr. Stefan Behringer gefördert: Norddeutsches Justiz-Panel, Erforschung der Korruptionsgefährdung von Familienunternehmen, Entwicklung der Schutzgesetzgebung für Hinweisgeber. Die drei Teilprojekte sind im Berichtszeitraum planmäßig vorangegangen.

Korruptionsneigung in Familienunternehmen

Im Rahmen des Forschungsprojektes zur Korruptionsneigung in Familienunternehmen wurde eine systematische Literaturanalyse durchgeführt, die in einem deutsch- und einem englischsprachigen Aufsatz veröffentlicht wurde. Diese wurde bei der Jahrestagung der Kommission Wissenschaftstheorie und Ethik in den Wirtschaftswissenschaften des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft im Mai 2019 in Budapest vorgestellt. Nachdem der Forschungsbedarf herausgearbeitet wurde, wird nun eine empirische Umfrage zur Wahrnehmung von Risiken, Korruption und Compliance-Maßnahmen in Unternehmen durchgeführt. 

Whistleblowing

Das Forschungsprojekt zum Themenbereich „Whistleblowing“ wurde bei einem ersten Arbeitstreffen mit den Partnern von der Ludwig-Maximilians-Universität München im November 2018 systematisiert. Im Januar 2019 erschien in einem kriminologischen Sammelband der Beitrag von Dr. Nico Herold „Zur Kontroll-Funktionalität von Whistleblowing-Systemen im Lichte aktueller empirischer Erkenntnisse“. Eine systematische Literaturanalyse zu den im deutschen Raum entwickelten Anforderungen an Hinweisgebersysteme wurde im Sommer 2019 veröffentlicht. Eine analog durchgeführte Literaturanalyse für den internationalen Raum erscheint demnächst. Parallel wurde u.a. über Kontakte des Instituts für Compliance im Mittelstand und Aufrufe in den einschlägigen Compliance-Zeitschriften aber auch in verschiedenen Medien der Tagespresse Kontakt zu Compliance-Managern und Whistleblowern aufgebaut, deren qualitative Befragung aktuell läuft.

Norddeutsche Justiz Studie

Die Norddeutsche Justiz-Studie zur Zufriedenheit von Unternehmen mit der Justiz konnte im Jahr 2019 zum zweiten Mal erfolgreich durchgeführt werden. Nach Ausarbeitung des Fragebogens unter Abstimmung mit den Projektpartnern Handelskammer Hamburg und Deutscher Industrie- und Handelskammertag, konnten über verschiedene Verteiler eine repräsentative Anzahl an Befragten gewonnen werden. Die Vorstellung der Ergebnisse erfolgte durch Herrn Prof. Behringer bei dem ebenfalls vom Institut für Compliance im Mittelstand ausgerichteten Hanseatischen Compliance Tag im Mai 2019. Die Auswertung der Umfrage wurde außerdem in zwei Publikationen in der ZRFC (4/2019,178) und im Compliance Berater (im Erscheinen) mit jeweils unterschiedlicher Schwerpunktsetzung veröffentlicht und in der Öffentlichkeit, u.a. Vertretern der Justiz gegenüber, bekannt gemacht.

 

Prof. Dr. Behringer bei der Präsentation der Justizstudie am Hanseatischen Compliance Tag (Foto: Ulrich Perrey, Handelskammer Hamburg)

 

Das Institut für Compliance im Mittelstand an der NORDAKADEMIE hat die Förderung von drei Teilprojekten über drei Jahre beantragt, um mittelfristig die Grundlagen zu schaffen, sich selbst finanzieren zu können. Dazu ist eine erhöhte Sichtbarkeit durch die Forschungsaktivitäten nützlich. Diese Bemühungen um Drittmittel außerhalb der Finanzierung durch die NORDAKADEMIE-Stiftung trägt erste Früchte. Das Institut hat im Jahr 2019 die Berufsfeldstudie für den Bundesverband der Compliance-Manager (BCM) durchführen, die Herr Prof. Behringer im November 2019 auf der BCM-Jahrestagung präsentiert hat. Der BCM ist der größte Berufsverband im Bereich Compliance, die Berufsfeldstudie die bedeutendste empirische Untersuchung in diesem Feld.

 

FAKTEN ZUM PROJEKT

Projektteam: Prof. Dr. Daniel Graewe (Leitung), Johanna Tensi (NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft)

Projektpartner: Institut für angewandtes Wirtschaftsrecht

Projekt läuft seit: September 2018

Bewilligungszeitraum: 2 Jahre

Fördersumme: 191.800,00 Euro

 

Prof. Dr. Daniel Graewe und Johanna Tensi

Projektziel

Ziel des Projektes ist es, wissenschaftlich und praxisnah zu erarbeiten, welche Faktoren bei deutsch-chinesischen Unternehmenstransaktionen (vollständige oder teilweise Übernahmen) und Joint Ventures dazu führen, dass solche Vorhaben überproportional häufig scheitern. Hierauf aufbauend sollen Maßnahmen erarbeitet werden, um diese Faktoren zu minimieren.

Projektbeschreibung

Unternehmensübernahmen und Joint Ventures zwischen Deutschland und China sind nicht unüblich im Markt, scheitern aber überproportional oft. Denn bei deutsch-chinesischen Investitionen werden auf Grund unterschiedlicher wirtschaftlicher, rechtlicher und kultureller Rahmenbedingungen oftmals Erfolge erschwert oder verhindert: Vertragsverhandlungen bei M&A-Transaktionen werden abgebrochen, bei vollständigen Übernahmen kommt es zu Problemen in der Post-Merger-Integration, bei teilweisen Übernahmen zu Differenzen in der gemeinsamen Unternehmensführung; das gleich gilt für die Führung von Joint Ventures. Hier gilt es anzusetzen und zu analysieren, welche Faktoren genau eine Rolle spielen und wie deren negativer Einfluss begrenzet werden kann.

Vorgehensweise

Entwicklung und Status regulatorischer Rahmenbedingungen deutsch-chinesischer Investorenbeziehungen werden quantitativ und qualitativ analysiert, im Anschluss daran sollen die speziellen Forschungsthemen bearbeitet und Konzepte entwickelt werden.

Projektergebnisse

Seit September 2018 wurden durch Herrn Prof. Graewe, Projektverantwortlicher, und eine studentische Projektgruppe Untersuchungen zu Einzelthemen eingeleitet, unter anderem wurde der Entwurf eines Managerleitfadens entwickelt.

Zum 01.01.2019 hat Frau Johanna Tensi, wissenschaftliche Mitarbeiterin in Vollzeit, mit der Projektarbeit begonnen. Aktuell werden Kontakte zu wissenschaftlichen Projektpartnern aufgebaut, insbesondere zur Tongji Universität Peking und zur Universität Köln. Im November 2019 wird eine Fachtagung zum Projektthema erfolgen.

FAKTEN ZUM PROJEKT

Projektteam: Prof. Dr. Michael Lühn (Leitung), Prof. Dr. Holger Petersen (Leitung), Anne-Katrin Nuzum (NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft)

Projektpartner: Prof. Dr. Stefan Schaltegger, Julius Wenzig (Leuphana Universität Lüneburg)

Projekt läuft seit: Oktober 2018

Bewilligungszeitraum: 2 Jahre

Fördersumme: 143.000,00 Euro

 

Prof. Dr. Michael Lühn, Anne-Katrin Nuzum und Prof. Dr. Holger Petersen (v.l.n.r.)

Projektziel

Das Forschungsvorhaben soll empirisch mithilfe qualitativer Interviews und Fokusgruppen mögliche Ursachen der Zurückhaltung von Controllern im Umgang mit Nachhaltigkeitsthemen ergründen, um daraus Empfehlungen abzuleiten, wie die Aufgabenbereiche des Nachhaltigkeitsmanagements und Controllings zielführend aufeinander abgestimmt und effektiv miteinander verzahnt werden.

Projektbeschreibung

Wissenschaftliche Studien und Fachbeiträge betonen seit Jahren die steigende Relevanz betrieblicher Nachhaltigkeitsziele für Unternehmen allgemein sowie insbesondere für das Aufgabenfeld des Controllings. In der Unternehmenspraxis sind Controller jedoch bislang wenig in die Planung von Nachhaltigkeitsstrategien und das Monitoring der betrieblichen Nachhaltigkeitsleistung involviert. Nachhaltigkeitscontrolling findet in vielen Unternehmen zwar statt, jedoch wird es eher von Nachhaltigkeitsmanagern in eigener Sache betrieben als von hiermit betrauten Controllern. Infolgedessen mangelt es häufig an der Rationalitätssicherung einer prüfenden, beratenden Instanz.

Vorgehensweise

Aufbauend auf einer gründlichen Literaturanalyse sollen qualitative Experteninterviews genutzt werden, um Ursachen einer mangelnden Einbindung des Controllings in Nachhaltigkeitsanliegen zu ergründen. Die Inhaltsanalyse der Interviews soll geordnete Ergebnisse zu den Gründen der bisher praktizierten Abgrenzung und Zusammenarbeit von Controlling und Nachhaltigkeitsmanagement offenlegen und aufgrund von Vergleichen mit den Benchmarks Probleme, Potentiale und zielführende Vorgehensweisen einer intensiveren Kooperation greifbar machen.

Projektergebnisse

Verantwortlich für dieses Projekt sind Prof. Dr. Michael Lühn sowie Prof. Holger Petersen der NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft. Das Projekt hat mit der Einstellung von Julius Wenzig, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Leuphana Universität Lüneburg, zum 15.10.2018, sowie mit der Einstellung von Anne-Katrin Nuzum, Projektmitarbeiterin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der NORDAKADEMIE, zum 1.11.2018 begonnen.

Im gemeinsamen Kick-off von NORDAKADEMIE und Leuphana Mitte November wurden die Projektziele, der Gesamtprojektplan, sowie das weitere Vorgehen zur Interviewakquise abgestimmt.

Die notwendige IT-Infrastruktur liegt vor: Ein gemeinsames Projektmanagement-Tool und eine gemeinsame Literaturverwaltung ist eingerichtet.

Die Abschlusstagung ist auf den 30.10.2020 im Dockland terminiert.

FAKTEN ZUM PROJEKT

Projektteam: Prof. Dr. Petersen (NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft), Nora Griefahn, Julia Eckert

Projektpartner: Cradle-to-Cradle e.V.

Projekt läuft seit: Juni 2019

Bewilligungszeitraum: 

Fördersumme: 

 

Projektziel

Das Forschungsprojekt soll in einer Kooperation der NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft gAG mit dem Cradle to Cradle e.V. das vorhandene Wissen zu C2C-Lösungen in Gebäuden und zur Innenraumgestaltung aufbereiten und verfügbar machen. Zusammen mit Unternehmensvertretern und Vorreitern im C2C-Bau werden Handlungsempfehlungen entwickelt sowie aktuelle Lücken und Herausforderungen bei der Kreislaufführung identifiziert.

Projektbeschreibung

Das Projekt beinhaltet vier Workshops, die das Feld der Zusammenarbeit von C2C und NORDAKADEMIE sowie von Theorie und Praxis öffnen sollen. Sie liefern die Grundlage für die weitere Entwicklung eines Leitfadens. Die Schwerpunktsetzung ist wie folgt vorgesehen (Änderungen vorbehalten):

Im ersten Workshop soll es um die Praxis mit C2C-zertifizierten Materialien und Arbeitsweisen gehen. Dafür werden im Vorfeld Bauherren, Hersteller und Gewerke aus verschiedenen Bauprojekten mit qualitativen Interviews befragt. Die Erkenntnisse der Interviews werden in einem Workshop mit den Unternehmen aufgearbeitet, die an der Instandsetzung des C2C Geschäftsstelle in Berlin beteiligt waren.

Im zweiten Workshop steht das Thema Neubau nach Cradle 2 Cradle Prinzipien im Mittelpunkt.

Im dritten Workshop geht es um die Vorbereitung der Kommunikation. Dazu werden die Studierenden der NORDAKADEMIE sowie die Vereinsmitglieder des Cradle 2 Cradle e.V. eingeladen.

Das Thema des vierten und letzten Workshops wurde noch nicht festgelegt. Die Workshops und mögliche Zwischenschritte sollen durch qualitative Interviews vorbereitet werden (Ausnahme Workshop 3). Als Methode wurde die Inhaltsanalyse nach Mayring festgelegt.

Vorgehensweise

Im ersten Schritt hat das Projektteam eine gemeinsame Arbeitsstruktur aufgebaut. Im nächsten Schritt ist die Festlegung der Zielgruppe von großer Bedeutung, da am Ende des Projektes ein Leitfaden stehen soll, der die Ideen weiterträgt. Der Projektantrag sieht vor, dass sich eine Gruppe aus interessierten Unternehmen bildet, die das Projekt über seine Laufzeit begleitet und unterstützt. Um diese Gruppe zu bilden und ausreichend Material für die Zusammenarbeit (und den Leitfaden) zu erarbeiten, wurden die oben genannten vier Workshops festgelegt.

Projektergebnisse

Am 23.09.2019 fand in Berlin das zweite Treffen der Antragsteller erstmals mit dem gesamten Projektteam statt. Im Mittelpunkt stand die genaue Definition der Zielgruppe. Es hat sich herausgestellt, dass die Interessen der Wertschöpfungskette der Bauwirtschaft sehr heterogen und disparat sind.

Die Nutzung der Ressourcen der NORDAKADEMIE wurde noch nicht systematisch eingebunden: Zu dem 3. Workshop (Vorbereitung der Kommunikation) werden auch die Studierenden der NORDAKADEMIE eingeladen. Dieser Workshop soll bei entsprechender Teilnehmerzahl als BarCamp organisiert werden. Mit den Ansprechpartnern auf dem Campus werden erste Gespräche zur Einrichtung von Masterprojekten geführt. Diese Gespräche dienten der Orientierung und dem Verständnis von Systematik und Struktur. Mit dem Hochschulmarketing wurde eine Liste von Unternehmen erarbeitet, die möglicherweise Interesse an dem Projekt haben. Ziel ist es, neben den Studierenden auch die Unternehmen möglichst frühzeitig einzubinden.

FAKTEN ZUM PROJEKT

Projektteam: Prof. Dr.-Ing. Frank Fürstenberg (Leitung), Prof. Dr. Andreas Wieland (Leitung), Regina Brogna M.Sc. (Doktorandin/PhD student), Amanda Bille M.Sc. (Doktorandin/PhD student)

Projektpartner: Copenhagen Business School, Department of Operations Management

Projekt läuft seit: September 2019

Bewilligungszeitraum: 3 Jahre

Fördersumme: 246.000 Euro

 

Projektteam v.l.n.r.: Frank Fürstenberg, Amanda Bille, Regina Brogna und Andreas Wieland (Foto: Anne M. Lykkegard)

Das gemeinschaftliche Projekt der NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft gAG und der Copenhagen Business School (CBS) wurde im Oktober 2018 genehmigt und befindet sich in der Startphase. Auf Seiten der NORDAKADEMIE ist Herr Prof. Dr.-Ing. Frank Fürstenberg für das Projekt verantwortlich.

Projektziel

Das Ziel des Projektes ist die Schaffung zweier kofinanzierter, auf die Dauer von drei Jahren angelegter Doktorandenstellen im o.g. Themenfeld mit inhaltlicher Betreuung durch die Copenhagen Business School (CBS) und die NORDAKADEMIE – Hochschule der Wirtschaft. Inhaltlich werden dabei Schwerpunkte auf die beiden folgenden Aspekte gelegt:

  1. The Technological Revolution as an Enabler of Circular Economies – Implications for Supply Chain Management Practices
  2. Bringing Economy, Society, Politics and the natural Environment closer together – A Reinterpretation of the Supply Chain as a Social-Ecological System

 Projektbeschreibung

Viele der Produkte die wir heute konsumieren sind das Ergebnis einer weltumspannenden Lieferkette. Dies ist damit zu begründen, dass einige der benötigten Rohstoffe nur in bestimmten Regionen der Erde vorkommen und darüber hinaus globale Lohnkostenunterschiede den Unternehmen eine kostengünstigere Fertigung erlauben. Allerdings sind die lokalen Arbeitsbedingungen insbesondere in Niedriglohnländern in vielen dieser weltumspannenden Supply Chains oftmals nicht völlig transparent bzw. nicht immer unproblematisch. Heutige Lieferketten sind zumeist aber nicht nur global und möglichst effizient. Sie sind in der Regel auch linear, das heißt auf den einmaligen Konsum ausgerichtet. Dieser auch als take–make–dispose bezeichnete Ansatz ist vor dem Hintergrund von Klima- und Biodiversitätskrisen, Ressourcenverbrauch sowie einer global wachsenden Mittelschicht nicht unkritisch zu sehen. Das Prinzip heutiger Lieferketten erscheint unter der Bedingung planetarer Grenzen als nicht zukunftsfähig. Es stellt sich jedoch die Frage, wie die Lieferkette der Zukunft aussehen kann.

Mit Antworten auf diese Frage beschäftigt sich das Kooperationsprojekt The Supply Chain of the 21st Century – Towards Ethical, Social and Circular Business Models der Copenhagen Business School und der NORDAKADEMIE – Hochschule der Wirtschaft aus Hamburg/Elmshorn. Im Rahmen dieses zunächst auf drei Jahre angelegten Forschungs- und Doktorandenprogramms werden zwei Promotionsstudierende finanziert, die das Themenfeld wissenschaftlich und praxisnah bearbeiten und ihre Ergebnisse unter anderem in Publikationen veröffentlichen und auf Fachkonferenzen vorstellen sollen. Ziel ist die Nutzenstiftung für Wirtschaft und Gesellschaft. Das Programm wird auf dänischer Seite von Prof. Dr. Andreas Wieland begleitet, während auf deutscher Seite Prof. Dr.-Ing. Frank Fürstenberg das Projekt betreut.

Ein inhaltlicher Teilaspekt dieses Kooperationsprojektes ist die Auseinandersetzung mit dem Prinzip der Circular Economy, also der Umsteuerung zu einer Kreislaufwirtschaft, in der Produkte durch mehrere Personen genutzt werden, die einzelnen Komponenten der Produkte möglichst oft zum Wiedereinsatz kommen und pures Materialrecycling nur die letzte der möglichen Optionen darstellt. Insbesondere Digitalisierung und neue Technologien besitzen in diesem Zusammenhang das Potenzial, die Transformation von linearen zu zirkulären Lieferketten und neuen Geschäftsmodellen zu begünstigen. Ein weiterer Teilaspekt befasst sich mit dem Einklang von Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und der natürlichen Umwelt.

Vorgehensweise / Projektergebnisse

Der zugrundeliegende Kooperationsvertrag wurde im Juli 2019 durch die beiden Hochschulen unterzeichnet. Zum 01. September 2019 konnte die erste Stelle und zum 01. November 2019 die zweite Stelle mit qualifizierten Doktorandinnen besetzt werden.

Ein erstes gemeinsames Arbeitstreffen mit Kick-Off Charakter hat am 09. Dezember 2019 an der CBS in Kopenhagen stattgefunden. Es fand ein persönliches Kennenlernen mit den beiden Doktorandinnen und dem Department Head, welcher Teile seines Budgets für dieses Projekt freigegeben hatte, statt. Daneben ging es auch um erste inhaltliche Fragen und organisatorische Rahmenbedingungen. Außerdem wurde der Hauszeitung der CBS in einem Interview Rede und Antwort gestanden.

FAKTEN ZUM PROJEKT

Projektteam: Prof. Dr. Matthias Finck (Leitung), B. Sc. Elena Hermann, Prof. Dr. Christoph Stockstrom, Prof. Dr. Thomas Gey

Projektpartner: 

Projekt läuft seit: Juli 2019

Bewilligungszeitraum: 2 Jahre

Fördersumme: 110.000 Euro

 

Projektziel

Ziele des Projektes sind der Aufbau eines sich finanziell selbsttragenden Instituts, das unabhängig agiert und seine Ressourcen in eigner Verantwortung und selbständig durch die Institutsleitung verwaltet. Das Institut soll die Forschungsfelder "User Experience" und "User Research" bündeln sowie konzentriert sowie öffentlichkeitswirksam nach außen präsentieren und die Drittmittelakquise in den Forschungsfeldern steigern.

Projektbeschreibung

Produktforschung ist ein wesentlicher Bestandteil in der informatischen und betriebswirtschaftlichen Ausbildung an der NORDAKADEMIE. Dabei spielen die Themen User Experience und User Research sowohl in aktuellen Forschungsprojekten (DFG-Projekt & BMWI-Projekt zum Thema Usability) als auch in der Lehre eine große Rolle. Zusätzlich verfügt die NORDAKADEMIE mit dem User Experience Labor über eine technische Infrastruktur, die nicht nur in der Lehre eingesetzt wird, sondern großes Potenzial für unterschiedlichste Kooperationsformen mit Wirtschaftspartnern, wissenschaftlichen Kollegen oder Forschungsprojekten bietet.

Das Institut für User Experience and User Research soll diese Aktivitäten im Bereich Lehre, Forschung und Wirtschaftskooperation bündeln und sichtbar machen. Unter dem Dach des Instituts soll die fachübergreifende Zusammenarbeit an der NORDAKADEMIE zu dem Thema vorangetrieben, die Forschungsaktivitäten ausgebaut und die Wirtschaftskooperation gestärkt werden. Insbesondere für die Wirtschaftskooperation bietet das Institut einen organisatorischen Rahmen, der z.B. eine finanzielle Beteiligung der Kooperationspartner an den einzelnen Projekten ermöglicht. 
Auf der anderen Seite sollen die Erkenntnisse aus den Arbeiten des Instituts zudem unmittelbar wieder in die Lehrveranstaltungen einfließen – sofern sie nicht schon im Zusammenhang von Lehrveranstaltungen erarbeitet wurden. 

Vorgehensweise

Mit dem Aufbau des Instituts sollen die bereits existierenden Aktivitäten gebündelt und besser sichtbar gemacht werden. Außerdem soll das Institut die Akquise weiterer Drittmittelprojekte bzw. Auftragsforschungsvorhaben konsequenter verfolgen und erleichtern. Um das zu erreichen wird das Institut in folgenden Geschäftsfeldern aktiv sein:

  • Drittmittelforschung: Das Institut soll Forschungsaktivitäten rund um das Thema User Experience und User Research bündeln und bei der Drittmittelakquise unterstützen.
  • Kooperationsprojekte: Das Institut stellt den organisatorischen Rahmen zur Verfügung, um Kooperationsprojekte mit Wirtschaftspartnern durchzuführen. Dabei unterstützt es die Anbahnung, Durchführung und Abrechnung.
  • Hochschulkooperationen: Das Institut will die fachliche Zusammenarbeit mit Kollegen anderer Hochschulen durch Unterstützung in der Organisation gemeinsamer Lehr- und Forschungsprojekte fördern.
  • Lehrprojekte und Abschlussarbeiten: Das Institut unterstützt die Akquise (und Abrechnung) von Auftraggebern für Anwendungsfälle in Lehrveranstaltungen.
  • Publikationen und Vorträge: Wissenschaftliche Veröffentlichungen zu dem Thema sollen über das Institut gebündelt und prominent dargestellt werden. Zudem ermöglicht das Institut eigene Publikationsformen – wie z.B. Evaluationsstudien.
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb der Hochschule: Durch das gemeinsame Institut soll die interdisziplinäre Zusammenarbeit an Themen rund um die benutzerzentrierte Produktforschung gefördert und vorangetrieben werden. 

 

Fakten zum Projekt

Projektteam

Prof. Dr. Leo Brecht (Leitung)

Ass. Prof. Dr. Ferdinand Thies

Universität Liechtenstein

Projektpartner

Prof. Dr. Henrique Schneider

Nordakademie Hochschule derWirtschaft

Projekt läuft seit:Mai 2019
Bewilligungszeitraum:18 Monate
Fördersumme:140.000 Euro
Fördersumme 2019:

50.000 Euro

 

Zum vollständigen Projekt-Statusbericht

Projektziel

Ziel des Projektes ist es, die Dynamiken der Entwicklungen zu Plattformökonomie besser zu verstehen und darauf aufbauend Handlungsmaßnahmen für Wirtschaft, Unternehmen, Plattformbetreiber und Gesetzgebung abzuleiten.

Projektbeschreibung

Das Forschungsprojekt ist dafür in zwei Blöcke aufgeteilt: Block I umfasst die ökonomischen Effekte digitaler Plattformen, Block II dagegen die Enabling Technologies für digitale Plattformen.

In Block I soll ein spezielles Augenmerk auf mögliche Effekte von politischen- und regulatorischen Entscheidungen gelegt werden. Um dies zu bewerkstelligen ist geplant, Analysen quantitativer und qualitativer Daten durchzuführen, um entsprechende theoretische Überlegungen zu überprüfen und unter Umständen zu falsifizieren bzw. bestätigen zu können.

In Block II über „Enabling Technologies“ sollen in einem ersten Schritt durch eine bibliometrische Analyse, Zukunftstechnologien digitaler Plattformen identifiziert werden. Der Suchraum sollte dabei aber möglichst breit gewählt werden, damit sichergestellt wird, auch alle relevanten Technologien zu erfassen. Neben den Zukunftstechnologien sind ebenfalls die relevanten Institutionen zu identifizieren, die genau diese digitalen Plattformen hervorbringen.

Vorgehensweise

Das Projekt umfasst insgesamt drei Phasen. In der ersten Phase, von Mai bis Dezember 2019, wurde eine umfassende Literaturrecherche und Bibliometrieanalyse durchgeführt, die sowohl den State-of-the Art zu digitalen Plattformen in Literatur und Praxis umfasst, als auch Zukunftstechnologien und Institutionen digitaler Plattformen identifizieren konnte. Die zweite Phase umfasst dann die Modellbildung, Empirie und Ableitung möglicher Handlungsoptionen für Wissenschaft und Praxis. In der dritten Phase sollen dann die Ergebnisse entsprechend der Öffentlichkeit verfügbar gemacht werden.

Projektergebnisse

Zu Block I wurde eine umfangreche Literaturrecherche der Plattformökonomie durchgeführt. Hier wurde ersichtlich, dass das Thema in allen wirtschaftswissenschaftlichen Disziplinen und darüber hinaus schon länger diskutiert wird. Daraus ergaben sich verschiedene Forschungsfronten und offene Fragestellungen. Daher wurde entsprechendes Masterseminar im Februar an der Nordakademie aufgesetzt, was großen Anklang fand und mit 20 Teilnehmern aktuell ausgebucht ist. Zusätzlich werden mehrere thematisch passende Master- und Diplomarbeiten sowohl an der Universität Liechtenstein als auch der Nordakademie vergeben um identifizierte Forschungslücken zu schliessen und möglicherweise weitere Potenziale aufzuzeigen. Somit wird auch die Basis für mögliche Folgestudien gelegt. In Block II wurden unter Einsatz einer bibliometrischen Analyse sowohl emergente Technologie zu Plattformen identifiziert, als auch neue Institutionen erkannt. Beides wurde im Detail beschrieben.  Das Projekt verläuft somit aus Sicht der geplanten Ergebnisse und des Budgets nach Plan.