04.07.2020

Schleswig-Holstein Musik Festival 2020: Sommer der Möglichkeiten

Mit MOONDOG setzt sich das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) zur Aufgabe, das klassische Konzertformat, das sich in der Regel aus einer Ouvertüre, einem Solistenkonzert, einer Pause und einer Sinfonie zusammensetzt, aufzubrechen. Wichtiges Ziel ist es, künstlerische Akzente an Orten zu setzen, die geeignet sind ein junges, aufgeschlossenes Publikum zu erreichen. Die Zielgruppe für MOONDOG sind Menschen aus einem studentischen Milieu.

Das Schleswig-Holstein Musik Festival, seit 2018 ein Förderprojekt der NORDAKADEMIE-Stiftung, wurde aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt.

Nicht ausfallen, sondern verschoben werden die Konzerte von Gregory Porter, Tom Jones und die Konzerte von Xavier de Maistre mit Rolando Villazón. Das Konzert von Gregory Porter findet am 16.7.2021 statt. Das Konzert von Xavier de Maistre und Rolando Villazón in Flensburg ist verschoben auf den 10.1.2021, das Konzert in Lübeck auf den 14.1.2021. Das Konzert von Tom Jones findet am 13.8.2021 statt. Bereits erworbene Tickets für diese Konzerte behalten ihre Gültigkeit. Die für Dezember 2020 geplanten Adventskonzerte sind von der Festivalabsage nicht betroffen

Um trotzdem den diesjährigen Festival-Sommer etwas aufrecht zu erhalten, plant das SHMF statt des regulären Festivalprogramms einen „Sommer der Möglichkeiten“ mit drei ausgewählten Konzerten in Hamburg. Die werden aufgrund des Veranstaltungsverbotes nicht vor Publikum, sondern vor Kameras und Mikrofonen stattfinden.

In „Shadow Ballet“ spielt das Duo Joasihno mit selbst entwickelten Musikinstallationen live zu „tanzenden Bildern“. Diese stammen von Stina Kurzhöfer und Achim Kirsch, beides Absolventen der Muthesius Kunsthochschule in Kiel, und werden mit Miniprojektoren auf die Wände der Parkebene im Dockland projiziert. Das Ensemble Minisym widmet sein Konzert ganz dem Namensgeber der Konzertreihe und spielt ausschließlich Musik von Moondog. Mit den Kränen des Hamburger Hafens und der Elbe im Hintergrund wird das Konzert in den Räumen der NORDAKADEMIE im Dockland aufgezeichnet. Mit dem Programm „Tessellatum“ von Donnacha Dennehy startet Moondog in Zusammeenarbeit mit dem VRHAM! Festival. Hier treffen Mensch und Natur musikalisch und visuell aufeinander. Das 2015 komponierte Werk für Viola da Gamba und vier Streicher arbeitet mit Naturtonreihen und von Menschen geschaffenen Harmonien. Das Konzert wird in das Konzept des VRHAM! Festivals eingebunden und als Teil einer virtuellen Konzeption erlebbar.

PROGRAMM:

Konzert 1 (Tesselatum, 7.6.2020 um 20:00 Uhr)
Künstler: Musiker des PODIUM Festivals
Spielstätte: VRHAM! Festival Oberhafenquartier
Zu sehen im VRHAM! Festival Livestream auf YouTube

Konzert 2 (Moondog New Sound, 18.7.2020 um 17:00 Uhr)
Künstler: Ensemble Minisym
Spielstätte: DOCKLAND 6. Etage
Zu sehen im VAN Magazin Livestream auf YouTube

Konzert 3 (Shadow Ballet, 18.7.2020 um 22:00 Uhr)
Künstler: Duo Joasihno, Stina Kurzhöfer, Achim Kirsch
Spielstätte: Parkebene DOCKLAND
Zu sehen im VAN Magazin Livestream auf YouTube
 

Was ist MOONDOG?

MOONDOG richtet sich an ein junges Publikum, das sich von der Art und Weise, wie klassische Musik bisher präsentiert wird, nicht angesprochen fühlt. Der Name MOONDOG steht hier für Freiheit, Experimentierfreude, Neugierde und Entdeckergeist. Das SHMF möchte mit dieser Konzertreihe eine nachhaltige und langfristige Plattform für die Musik aus dem Hier und Jetzt entwickeln und die Magie und den Zauber unterschiedlicher Musikströmungen in alternativen Konzertformaten einer jüngeren Zuhörerschaft zugänglich machen. 

Wer ist „Moondog“?

Moondog war ein amerikanischer Komponist und Musiker, der ab den 40er Jahren die Straßen New Yorks zu seinem Konzertsaal machte. Bis in die frühen 1970er Jahre war er meistens in Manhattan, an der Ecke 6th Avenue/54th Street, anzutreffen. Auf der Straße lernte er Musiker des New York Philharmonic kennen. Er begegnete Arturo Toscanini, Igor Strawinsky, Leonard Bernstein und Charlie Parker. Moondog begründete seinen eigenen, unverwechselbaren Stil – geprägt durch kompositorische Techniken, die historisch waren, die er aber anwendete wie kaum ein anderer vor ihm und die er für die Gegenwart zu neuer Gültigkeit erhob.

Wer macht MOONDOG?

Seit seiner Gründung im Jahr 1986 hat es sich das SHMF zur Aufgabe gemacht, Musik zu den Menschen zu bringen. Bis in die 80er Jahre des vorherigen Jahrhunderts galt es als normal, dass ein hochwertiges Kulturangebot nur an dafür vorgesehenen Orten im urbanen Raum vorhanden war. Mit seiner Flächenbespielung hat das SHMF einen wesentlichen Beitrag zur kulturellen Teilhabe geleistet und immer wieder neue Publikumsgruppen erschlossen. Daran anknüpfend hat das SHMF 2019 die Konzertreihe mit dem Titel MOONDOG ins Leben gerufen, die 2020 an sechs ungewöhnlichen Orten in Kiel und Hamburg (unter anderem im Dockland) erlebbar ist. Die NORDAKADEMIE-Stiftung unterstützt MOONDOG 2020 mit 25.000€.

Die Presse ist neugierig auf MOONDOG: Das NDR-Fernsehen interviewt einen Musiker im Dockland.