29.10.2019

NORDAKADEMIE-Stiftungsprojekt „Inverted Laboratories“ zu Gast in Berlin

Beim ingenieurdidaktischen Austauschformat des VDMA unter dem Titel „Maschinenhaus ERFA“ wurde diskutiert, wie sich die Institution Hochschule weiterentwickeln könnte und welche Zukunftsszenarien denkbar sind.

 

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) ist die größte Netzwerkorganisation des europäischen Maschinenbaus. Der Verband vertritt die gemeinsamen wirtschaftlichen, technischen und wissenschaftlichen Interessen dieser vielfältigen Industrie und sorgt sich zudem um den Nachwuchs und speziell deren Ausbildung an den Hochschulen.

Das ingenieurdidaktische Austauschformat des VDMA läuft unter dem Titel „Maschinenhaus ERFA“ und widmet sich der Frage, wie Hochschulbildung in Zukunft aussehen könnte. Am 29.10.2019 hat der ERFA in Berlin getagt und die Fragen aufgeworfen, wie sich die Institution Hochschule weiterentwickeln könnte und welche Zukunftsszenarien denkbar sind. Zudem wurde diskutiert, wie sich Lernen, Lernkultur und Didaktik im Zuge der digitalen Transformation weiterentwickeln. Wie können digitale Lehrmethoden sinnvoll eingesetzt werden? Welche Vor- und Nachteile bringen diese mit sich? Wie können Lernorte der Zukunft gestaltet werden?

Neben Vorträgen des HIS-Instituts für Hochschulentwicklung und der Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat für die NORDAKADEMIE-Stiftung, Martin Hieronymus mit den 40 Teilnehmern über die Digitalisierung der Laborveranstaltungen im Ingenieursstudium und deren Überführung in ein neues Lehr-Lernmodell analog zum Inverted Classroom Model (ICM), das die RUB vorgestellt hatte, diskutiert. Die Diskussion hat ergeben, dass es kein allgemeines Labor-/Lernszenario gibt, sondern Rahmenbedingungen und Lehr-/Lernziele ausschlaggebend für eine gelungene Invertierung der Laborveranstaltung sind. Die Aufteilung des Labors in einzelne Komponenten, die dann aus der „wertvollen“ Präsenzzeit herausgenommen werden, ist auf positive Resonanz gestoßen, während die Digitalisierung von Laboren mittels Simulationen und Remote-Labs kontrovers diskutiert worden ist.

 

Weitere Informationen zur Veranstaltung des VDMA.


Die Ergebnisse der Diskussion sind für das Projekt der NORDAKADEMIE-Stiftung ein wertvoller Input auf dem Weg zur Einführung neuer innovativer Laborveranstaltungen im Masterstudium der NORDAKADEMIE - Graduate School im Hamburger Dockland.

ICM steht für Inverted Classroom Management und bedeutet, dass die Reihenfolge Vorlesung in Präsenz und Übung in Selbstlernphasen umgekehrt wird. In der Regel stellt der Dozent im ICM den Stoff vorab bereit, den sich die Studierenden zeit- und ortsunabhängig aneignen müssen, und bearbeitet in der Präsenzzeit Aufgaben, Übungen oder moderiert die Gespräche unter den Studierenden.

Vorteil ist, dass die wertvolle Präsenzzeit optimal für aktivierende Methoden genutzt werden kann. Nachteil ist, das der Dozent viel Zeit für die Gestaltung der Selbstlernzeit aufwenden muss, aber häufig nur die Präsenzzeit bezahlt und angerechnet bekommt.

Da die NORDAKADEMIE im Master-Studiengang keine Laborräume hat, ist es Ziel des Stiftungsprojektes herauszuarbeiten, dass eine Invertierung von Laboren optimal ist bzw. zu zeigen, dass diese Methode dem Master sehr entgegenkommt. Dafür benötigt die NORDAKADEMIE aber eine digitale Infrastruktur, die Laborsimulationen unterstützt. In der Diskussion beim VDMA kam heraus, dass Studierende bei einer Simulation keinen Öl-Geruch oder Gespür für Maschinenfehler entwickeln können.


Flipped Classroom - wie man Vorlesungen umdreht (Prof. Dr. Christian Spannagel)

Erfahren Sie mehr zu den Vor- und Nachteilen des Inverted Classroom Management.

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